122 Jahre Winterfest: 

  

bunt, fröhlich, und Neuschnee „just in time“

Umzug war ein Hingucker  -  gerodelt was der Schnee hergab  -  und jede Menge Mittelalter

 

„Besser kann man ein Winterfest nicht planen“,

solches oder ähnliches Schulterklopfen ließen sich

die Geschäftsführerin der Braunlager Tourismus Marketing GmbH Cathleen Hensel

und Katie Humphrys mit ihrem Team gern gefallen.

Klar, denn mit dem Neuschnee gelang ihnen sozusagen eine Punktlandung,

„just in time“, um es Neudeutsch auszudrücken, und was den Besuch anging,

da hätte rund um das Kurhaus wohl mehr an Volk kaum Platz gehabt.

 

Weiß war dann auch das Ambiente für den Winterfest-Umzug und alle,

die sich für diesen Höhepunkt des diesjährigen Winterfestes angesagt hatten, waren zur Stelle.

Zusammengestellt von Stadtheimatpfleger Jochen Klähn,

angeführt vom Bürgermeister und Vertretern des Rates, begleitet von den Klängen

der Sankt Andreasberger Blaskapelle des Waldarbeiter-Instrumental-Musikvereins,

bewegte sich ein bunter, ideenreicher, vor allem fröhlicher Umzug

durch ein dichtes Spalier von Menschen von Stadtbahnhof zum Teichtal. 

  

  

   

  

Im Festzug dabei waren auch der Ski-Club, die Schützengesellschaft, das Barkamt Annerschbarrich, der Harzklub-Zweigverein, die Singgemeinschaft Sankt Andreasberg, der TSC mit seiner Damen-Gymnastikgruppe, die Bergwacht, die Tanz- und Theatertruppe, der Bergstadtverein in großer Besetzung, der Tanzclub Rot-Gold und eine mittelalterliche Truppe.

 

Den eindrucksvollen Schluss bildeten mindestens 20 Motorrad-Gespanne

in allen PS-Bereichen mit den Hexen im Seitenwagen.

Kaum hatte der Umzug das Teichtal erreicht, da ging auch hier schon die Post ab.

Der Budenzauber hatte hunderte von fröhlichen Menschen gelockt.

Sie sorgten für eine prächtige Stimmung.

Waren es am Freitag noch Andreasberger mit „The Rock Mining Company“,

dann waren es am Samstag die Blaskapelle des Waldarbeiter-Instrumental-Musikvereins 

und die Live-Band „King Seppys` Flokatis“ aus Seesen,

die den richtigen Sound für die Open-Air-Party servierten.

Gespannt wartete man dann auf die besondere Spezies der Sankt Andreasberger, 

die „Heißen Öfen“. Leider waren es derer nur zwei, aber die konnten sich sehen lassen,

zumindest noch oben am Start des Rodelhangs.

Denn im Tal kam nur der Eigenbau-Lenkschlitten in besonders flotter Fahrt an.

Das Kanu verweigerte den Rutsch auf Schnee. 

Da half auch kein Schieben mit letztem Einsatz, das Kanu wollte eben Wasser 

Keine Winterfest-Schneegaudi ohne die besondere Sankt Andreasberger Art,

ohne das Rudelrodeln.

Mit viel Spaß und Freude raste die vollbesetzte Plane,

einmal sogar mit rund 60 großen und kleinen Manschen, immer wieder zu Tal,

nachdem sich Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr

um den ordnungsgemäßen Start gekümmert hatten.

 

Neu im Programm war ein etwas anderer Biathlon-Wettbewerb mit Dreier-Teams

auf jeweils einem Paar Ski und der besonderen Aufgabe, Tennisbälle ins Ziel zu werfen.

Leider trauten sich hier nur drei Mannschaften,

beeindrucken dabei konnte aber im besonderen Maße ein Damenteam.

Die neue Sportart

Viel Interesse fand auch das mittelalterliche Dorf,

das übrigens während des ganzen Winterfestes eine gute Adresse war.

Denn hier war die Zeit dank Cuculus Canorus

um einige hundert Jahre zurück gedreht worden,

was der Attraktivität und dem besonderen Charme keinen Abbruch tat.

Im Gegenteil! Was Uwe Alge und Co. zu bieten hatten, das war schon Spitze,

und das war für Nur-Hingucker, Gourmets oder auch Kunden gleichermaßen anziehend.

Ein prächtiges Feuerwerk setzte schließlich den eindrucksvollen Schlusspunkt

unter diesen erlebnisreichen Winterfest-Samstag.

 

Das Winterdorf der Gespannfahrer  

 

war diesmal besonders groß

Zelt-Wohnstatt für ein Wochenende im verschneiten Kurpark

 

Die Argumente sind sicher unterschiedlich, aber eines haben sie alle gemeinsam:

der Winterkälte trotzen, Spaß haben beim Sankt Andreasberger Winterfest

und viel Benzinquatschen.

 

Einig waren sich aber die besonders harten Wochenend-Winterfestgäste 

auf den Gespannen in der Feststellung:

„der Motorsportclub Oberharz Stankt Andreasberg im ADAC (MSC)

hat auch für das 14. Winter-Gespannfahrertreffen alles aufgeboten, um seinen Freunden

den Aufenthalt in der Bergstadt so attraktiv wie nur irgendwie möglich zu gestalten.“

Rund 70 Gespanne mit etwa 90 Teilnehmern aus allen Teilen der Republik

hatten die ganz frisch schneebedeckte Kurparkwiese erreicht und

ihre Mannschaften buddelten hier ein imposantes Zeltdorf in den Schnee.

Auch alte Freunde aus Luxemburg oder den Niederlanden waren wieder mit dabei.

Es ist halt längst international bekannt, wozu

der bergstädtische Kurpark auch im Winter zu gebrauchen ist.

Und alle waren begeistert darüber, wie punktgenau

der MSC den Schnee hatte liefern lassen.

Sie kommen auch ohne besondere Einladung, kein Weg ist ihnen zu weit,

und sie kommen weil „Die Sankt Andreasberger immer für Schnee

und damit für ein sauberes Umfeld sorgen“.

So sind sie eben, die härtesten unter den Gespannfahrern europaweit.

 

Die Nächte auf der Kurparkwiese waren kalt, nicht so kalt wie im Vorjahr

und längst nicht zu kalt für die coolen Burschen mit den heißen Herzen.

Vor allem dann nicht, wenn das alte Sprichwort „eigener Herd ist goldeswert“ beherzigt wurde.

Und so sah man denn überall im Zeltdorf die verschiedensten Kochstellen,

auf denen gebrutzelt oder einfach nur ein Heißgetränk zubereitet wurde.

Aber warum kommen sie, mitten hinein in den Winter, da doch schon die Anfahrt

oftmals nicht unbedingt ein Vergnügen sein dürfte.

Die Argumente klingen unterschiedlich, in etwa so:

„Weil es Zuhause langweilig und in dieser Kameradschaft einfach schöner ist“,

und auch das: „die Sankt Andreasberger sind einfach tolle Gastgeber!“

Und die Frage sei erlaubt:

„Was wäre das Sankt Andreasberger Winterfest der Neuzeit ohne die Gespannfahrer?“

Sie sorgen für das besondere Leben rund um das Kurhaus und sie

bereichern den Winterfest-Umzug mit ihren Maschinen und den Hexen-Sozia.

 

Dennoch, ihr Zeltdorf auf der Wiese vor dem Kurhaus treibt dem "Normalbürger"

eine Gänsehaut nach der anderen über den Körper.

Erst recht dann, wenn man nur daran denkt, hier möglicherweise zu nächtigen.

Kein Bett mehr frei

Und klar war auch, dass es beim Abschied am Sonntag immer wieder hieß:

„Wir kommen wieder“, weil auch diesmal

die ganz große Mehrheit der teilnehmenden Gespannfahrer Stammgäste waren.

Bild und Ton: Karl-Heinz Siebeneicher 

 

„122 Jahre Winterfest“ in Bild, Text und Requisite  - 

Ausstellungs-Eröffnung gut besucht

 

Eingerahmt von zahlreichen Interessenten und Gästen

gaben Bürgermeister-Stellvertreter Karl-Heinz Plosteiner und

die Geschäftsführerin der Braunlage Tourismus Marketing GmbH, Cathleen Hensel,

am Freitagabend den Weg in die von Stadtheimatpfleger Jochen Klähn

gestaltete Winterfest-Ausstellung frei und verliehen ihrer Freude

über den guten Besuch Ausdruck, auch oder erst recht über die großartige,

weil informative und unterhaltende Ausstellung,

für die sie Jochen Klähn ein großes Dankeschön abstatteten.

 

Freude und Genugtuung bereitet die Ausstellung auch bei den zahlreichen Ehemaligen

des Ski-Clubs, zeigt sie doch anhand von Bildern und Dokumenten, wie es auch

in diesem Jahr hätte sein können, wenn das Wetter denn so richtig mit gespielt hätte.

Dennoch war sich Karl-Heinz Plosteiner sicher.

„Mit dem bevorstehenden Programm werde man auch alle Skeptiker und Kritiker

überzeugen können, so wie die Winterfeste von Sankt Andreasberg immer überzeugt haben.“

 

(v.li.)Cathleen Hensel, Karl-Heinz Plosteiner, Jochen Klähn

und Teamleiterin Katie Humphrys bei der Eröffnung der Ausstellung

Stadtheimatpfleger Jochen Klähn hat im Foyer mit viel Liebe zum Detail

eine überaus attraktive Auswahl an Dokumenten, Gegenständen,

Wintersport-Accessoires und Broschüren zu einer Dokumentation

von 122 Jahren Winterfest und Ski-Club Sankt Andreasberg zusammengestellt.

Dabei wird die Entwicklung vom ersten Schneeschuh bis zum modernen Ski

genau so gezeigt, wie der Werdegang des Skis oder des Skistiefels

über den Zeitraum von 122 Jahren oder die Höhepunkte der verschiedenen

Sankt Andreasberger Winterfeste, von der Premiere im Jahres 1896 an bis in die heutige Zeit. 

 

Auch die Geschichte des Ski-Clubs wird anhand von unterschiedlichsten Dokumenten

anschaulich nachgezeichnet. Es ist dieses bereits die 32. Ausstellung

dieser Art aus der Hand von Jochen Klähn.

 

Doch wer da meint, die ganze Ausstellung sei längst ein „alter Hut“,

der kann sich gern eines Besseren belehren lassen.

Denn Jochen Klähn hat natürlich wieder die eine oder andere Überraschung eingebaut.

Sankt Andreasberg feiert heuer 122 Jahre Winterfeste und damit auch

die Erinnerung an das erste im Deutschen Reich im Jahre 1896.

Lang, lang ist’s her, und dennoch, diese Zeitspanne ist mit

der Ausstellung übersichtlich und spannend zusammengefasst.

 

Auch Cathleen Hensel freute sich über diese Ausstellung und den Besuch.

Auch sie dankte Jochen Klähn und seinen Helfern

Klaus Zesch, Mike Christes und Siegfried Küßner für die großartige Arbeit.

Bild und Ton: Karl-Heinz Siebeneicher 

 

 

Peter Spei

harzfuchs@web.de