Quellen im Harz

– neuer Band der Schriftenreihe des Nationalparks Harz erschienen -

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 Grundwasser ist unsere wichtigste Ressource und zugleich

einer der ältesten Lebensräume.

Die Bäche haben ihren oberflächigen Ursprung an den Quellen,

dort wo das Grundwasser zu Tage tritt.

Quellen sind also Übergangsbiotope zwischen Oberflächengewässer und Grundwasser.

Da es vielfältige Beziehungen zwischen dem Grundwasser, den Quellen

und dem Oberflächenwasser gibt, sind Quellbereiche sehr individuelle Lebensräume.

 

Bastkopfquelle bei Elbingerode, Foto Dr. Holger Schindler.

Zum Lebensraum Quelle gehören aber nicht nur der unmittelbare Grundwasseraustritt,

sondern auch das den Quellbereich umgebende vernässte Gebiet

und der Beginn des abfließenden Baches mit seiner Tier- und Pflanzenwelt.

Quellbiotope sind durch eine spezielle, auf diese Bedingungen

angepasste Fauna und Flora charakterisiert.

In Mitteleuropa sind knapp 500 Tierarten wegen dieser einzigartigen

Umweltfaktoren-Kombination auf den Lebensraum Quelle angewiesen.

Quellen und deren Quellabflüsse gehören deutschlandweit zu den stark gefährdeten

Biotoptypen, die zum Teil von der vollständigen Vernichtung bedroht sind.

 

Über die Besiedlung der Quellen im Harz und insbesondere

deren Bezug zum Wasserchemismus ist wenig bekannt.

Diese Lücke soll der vorliegende neue Band 

der Schriftenreihe des Nationalparks Harz schließen.

 

Zwischen 2013 und 2015 untersuchten Grundwasserspezialisten 

des Institutes für Grundwasserökologie IGÖ GmbH an der Universität in Landau

im Auftrag des Nationalparks Harz und des Landesbetriebes

für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt (LHW)

repräsentative Quellstandorte im Nationalpark Harz und dem

zu Sachsen-Anhalt zählenden Nord-, Ost- und Südharz.

Zusätzlich zu den faunistischen Daten wurde durch den Landesbetrieb 

für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt 

für jeden Quellaustritt ein Steckbrief der Hydrochemie erstellt.

 

Insgesamt bestätigen die Untersuchungen, dass der Harz auch bei der Quellfauna 

eine biogeographische Sonderstellung einnimmt, die aufgrund der nördlichen Lage

und relativ tiefen Jahresmitteltemperaturen schon skandinavischen Verhältnissen entspricht.

 

Die Ergebnisse der dreijährigen Untersuchungen dürften auch deutschlandweit von

Bedeutung sein, da sie den Vergleich mit der Quellbesiedlung anderer Mittelgebirge zulassen.

Außerdem haben Quellen aufgrund ihrer Indikatorfunktion für

das Umweltmonitoring und für die Wissenschaft eine große Bedeutung.

 

Der vorliegende Band der Schriftenreihe des Nationalparks Harz zu den Quellen im Harz ist ein Gemeinschaftsprojekt der genannten Bearbeiter und des Nationalparks Harz. Nur durch die partnerschaftliche und projektbezogene Zusammenarbeit aller Beteiligten war es möglich, die Untersuchungen in dieser Tiefenschärfe durchzuführen und

die Ergebnisse in der vorliegenden Form zu veröffentlichen.

Zum Erscheinen des Bandes findet am 17. Januar noch ein Vortrag von Herrn Dr. Hahn (IGÖ) in der Nationalparkverwaltung statt. Die genaue Uhrzeit ist der Lokalpresse zu entnehmen.

 

Der vollständige Band ist bei der Nationalparkverwaltung Harz und beim LHW für 15,- € zzgl. Versandkosten zu beziehen. Kontakt: poststelle@nationalpark-harz.de oder poststelle@lhw-mlu.sachsen-anhalt.de.

Peter Spei

harzfuchs@web.de