Sankt Andreasberg war bei der

Gründung des Nationalparks Harz in Niedersachsen

die erste Gemeinde, die dem Projekt

offiziell und aktiv beigetreten ist.

 

Das hat sich offenbar in weiten Kreisen der Fauna

herumgesprochen, denn zahlreiche Arten sind

verstärkt wieder in das Stadtgebiet eingewandert.

Das WAR Hubert, der wohl stattlichste Vertreter

unserer tierischen Mitbürger.

Sein Revier WAR seit fast drei Jahren Tag und Nacht

hauptsächlich das Gebiet zwischen Mühlenstraße, Totenberg,

Kurpark, Skiwiese, oberes Sperrluttertal.

Der Hirsch zeigte kaum noch Scheu, war nicht aggressiv und

bewegt sich bei seinen Streifzügen häufig auf Straßen

und Plätzen, wandert nur in der Brunftzeit länger aus.

Hubert war schon weit über Deutschlands Grenzen

als ein "Alleinstellungsmerkmal" 

für unsere Nationalparkgemeinde bekannt geworden.

24. 10. 2019

Vor 10 Tagen hallte nachmittags der Knall eines Schusses über den Ort.

Jetzt wissen wir, dass dieser Schuss Hubert im Gelände

nahe unserer Bergstadt galt.

Der "erfolgreiche Schütze" scheint auch stolz zu sein...

...ein Wildtier erlegt zu haben, dem man sich

problemlos auf wenige Meter nähern konnte.

Eine mögliche Erklärung:

Der zugewiesene und ortsfremde Jagdgast wusste

wahrscheinlich nichts über diesen besonderen Hirsch.

Das Foto lässt allerdings Zweifel aufkommen ob

das Wissen seine Entscheidung beeinflusst hätte.

 

Positiv ist dabei zu vermerken, dass Hubert möglicher Weise

ein schmerzhafter / tödlicher Verkehrsunfall 

erspart geblieben ist.

 

Allerdings:

Hege und Pflege, also verantwortungsbewusste Jagd,

ist und bleibt in unseren Breiten ohne nennenswerte

natürliche Regulierung (z. B. durch Luchs, Wolf) unverzichtbar.

 

Soviel dazu.

 

Neben Hubert werden aber auch anderes Rot- und Rehwild,

Füchse, Waschbären und Wiesel im bewohnten Bereich auf

Straßen, Wegen, angrenzenden Wiesen und Grundstücken

regelmäßig beobachtet.

Desgleichen sind in dem Bereich, wie im ganzen Stadtgebiet,

natürlich auch nachts die Wildschweine unterwegs.

Eine Bache mit Frischlingen oder ein missgelaunter Eber

können zu ernsten Bedrohungen werden

und sind jagdlich echte Herausforderungen.

 

Diese "Naturnähe" ist - besonders für Tierfreunde -

einerseits erfreulich, birgt aber für Menschen und

Tiere erhebliche Gefahren.

 

Kollisionen mit Rot-, Reh- und Schwarzwild verletzen

die Tiere oft tödlich und verursachen meist erhebliche

Sachschäden, außerorts oft sogar schwere Verletzungen.

 

Vor einigen Tagen wurde auf der K.-Neufang-Str. erst wieder eine

Fähe überfahren und tödlich verletzt in der heißen Sonne bei den

Wertstoffbehältern am Sportplatz von Unbekannt hingeworfen.

Ihr Junges lief drei Tage klagend durch die Nacht...

 

Üblicherweise rechnet Frau oder Mann in Ortsbereichen nicht

mit tierischen Straßenpassanten, schon gar nicht am Tage.

In unserem Sankt Andreasberg ist aber erhöhte Aufmerksamkeit beim

Fahren zum Wohle von Mensch und Tier durchaus angebracht !

Übrigens verhalten sich Kinder oft ähnlich überraschend und

unberechenbar wie Hubert und seine große Gefolgschaft...

Peter Spei

harzfuchs@web.de