Tradition des Fastlohmds lebt weiter 

Fastlohmd, ein Abend nicht nur für die Bergstädter

(nur) Andreasberger servieren auch ersatzgeschwächt Fröhliches und Besinnliches  -  Traditionsveranstaltung beweist Existenzberechtigung

 

Der Sankt Andreasberger Fastlohmd, das Dankfest der Bergleute,

die Traditionsveranstaltung aus Bergbauzeiten,

hat einmal mehr seine Existenzberechtigung nachgewiesen.

 

Und nicht nur Sankt Andreasberger waren diesmal dabei.

Dennoch, ein bisschen mehr Publikum hätte man sich schon gewünscht,

noch mehr jedoch weniger Ausfälle in den Musikgruppen.

Umso mehr muss man sie bewundern die Gruppen vor und auf der Bühne,

dass sie ihr Programm zur besten Unterhaltung des Publikums so gut servierten.

 

Und das muss den Bergstädtern erst einmal jemand nachmachen:

ein Musikorchester, nämlich die Blaskapelle des Waldarbeiter-Instrumental-Musikvereins,

zwar durch Krankheit ausgedünnt,

die prächtige Schar der Heimatbündler des Barkamts Annerschbarrich,

ebenfalls krankheitsbedingt nicht in Sollstärke,

und den gemischten Chor der Singgemeinschaft,

durch Ausfälle gar auf ein Oktett geschrumpft, aber alles heimische Interpreten,

nacheinander zum Klingen zu bringen.

 

Dann waren da ja noch die Bergleute mit ihrer Abordnung

und nicht zuletzt Jutta Tieben beim Klöppeln.

 

Toll was Stadtheimatpfleger Jochen Klähn da auf die Bühne gestellt hatte

und die Gäste unter den Besuchern gehörig ins Staunen versetzte.

 

Hätten alle diese großartigen Akteure statt auf der Bühne im Zuhörerbereich Platz genommen,

dann wäre der große Saal des Kurhauses sicher aus allen Nähten geplatzt.

 

Auch Bürgermeister-Stellvertreter und Ortsvorsteher Karl-Heinz Plosteiner

zeigte sich in seinen Begrüßungsworten hoch erfreut über den Besuch - vor allem der

zahlreichen Andreasberger -  und war sich sicher, dass man so

um die Tradition des Fastlohmds keine Sorge haben müsse.

Er nutzte seine Begrüßungsworte aber auch, um allen denen zu danken,

die sich um den Erhalt der Tradition um das Bergdankfest und den Fastlohmd

verdient gemacht hatten und diesen Abend gestalteten.

„Es lohnt sich, diese Tradition hoch zu halten“, rief er allen Mitwirkenden zu und forderte

sie alle auf, sich für den Erhalt dieser Traditionsveranstaltung nach Kräften einzusetzen.

 

Er erinnerte auch daran, dass der Fastlohmd älter ist als der Karneval anderswo.

Schon vor rund 500 Jahren wurde er erstmals in Joachimsthal gefeiert –

damals allerdings ohne Frauen.

Die fanden erstmals in Sankt Andreasberg Zugang zu diesem Fest.

 

Die Singgemeinschaft der Martini-Gemeinde eröffnete den Reigen der Darbietungen

mit Liedvorträgen rund um das Bergbau- und Hüttenwesen.

 

Chorleiter Walter May legte sich mit Erfolg richtig ins Zeug

Dazu gab Chorleiter Walter May viele interessante Details aus der Arbeit des Bergmanns preis.

Erstaunlich, wie der Chor auch diesmal leicht mit Anfangsschwierigkeit wie Unruhe und (Noch)-Zurückhaltung der Zuhörer fertig wurde, und das obwohl mit Chorleiter

gerade mal acht Stimmen zu hören waren. Gut, dass sich die Zurückhaltung im Saal

in Grenzen hielt und Stimmen aus dem Publikum den Chor verstärkten.

 

Dem Barkamt Annerschbarrich im Heimatbund Ewerharz gelang es danach spielend,

der Begeisterung im Saale sogleich Spitzenwerte abzuringen.

Ein prächtiges Bühnenbild

Nach den Klängen des Steigerliedes zogen die Bergleute mit Standarte und Grubengeleucht ein

und sorgten damit sogleich für einen besonderen Höhepunkt des Abends.

Klar, dass sich das Publikum ihnen zu Ehren von den Sitzen erhob -

auch noch ein Relikt aus Bergbauzeiten, als der Bergmann hierorts hoch geachtet war.

 

Der Nachwuchs im Heimatbund

Für ihre exzellenten jungen Jodlerinnen aber auch für ihr großartig präsentiertes

heimatliches Liedgut sowie das schöne Bühnenbild mit Klöpplerin und Bergleuten

ernteten die Heimatbündler den verdienten Applaus.

Die Andreasberger Hymne vereinte die Heimatbündler mit dem Publikum zum ganz großen Chor,

und die wenigen Fremden wurden einfach mitgerissen.

 

Die Blaskapelle des Waldarbeiter-Instrumental-Musikvereins

Bestens aufgelegt präsentierte sich auch die Blaskapelle des

Waldarbeiter-Instrumental-Musikvereins (WIM)

unter der bewährten Stabführung von Karl-Heinz Plosteiner.

Und das obwohl die Kapelle nahezu um die Hälfte geschrumpft war.

 

„Allzweckwaffen“ in Aktion, Karen Ruppelt (Mitte) half sogar in der Blaskapelle aus,

und Tochter Lilly (dahinter) musste an den Bass

Und wer sich die Mühe gemacht hatte, zur Mitbring-Tombola etwas beizusteuern,

der brauchte auch nicht mit leeren Händen nach Haus zu gehen. 

Bild und Ton: Karl-Heinz Siebeneicher

Peter Spei

harzfuchs@web.de