Borkenkäfer – der Buchdrucker wird aktiv

 

Die Ostertage brachten endlich den ersehnten Frühling.

Sonne und Wärme sind aber auch genau das, was die Borkenkäfer alias

Buchdrucker lieben und für ihre Entwicklung benötigen.

 

In den nächsten Tagen wird es also lebendig unter der Rinde und im Waldboden,

wo die Käfer überwintert haben.

Winter ist das Stichwort, es war eher ein Winter „light“, er konnte nicht dazu beitragen,

dass die Käferpopulation kleiner geworden ist.

Brutbild mit Larven

Im Gegenteil, warme Tage im Februar und März

haben bewirkt, dass viele, als dritte Generation im Spätsommer 2018

angelegte Bruten ihren Reifungsfraß vollenden konnten und nun zusätzlich

als Jungkäfer auf günstige Startbedingungen warten,

so Sabine Bauling, die Fachbereichsleiterin Wald im Nationalpark Harz.

 

Jungkäfer                                          Fotos: Sabine Bauling                

Das letzte Jahr war eines der wärmsten und niederschlagsärmsten

seit Beginn der Wetteraufzeichnungen und es führte

zu einem gewaltigen Anstieg der Borkenkäferpopulation.

Der Klimawandel hat uns voll im Griff.

Die Fichte, geschwächt durch Stürme, Wärme und Trockenheit

bot dem gefräßigen Insekt daher reichlich Nahrung.

 

Die Niederschläge im Winter reichten bei weitem nicht,

die Wasserdefizite im Boden aufzufüllen.

Forstwissenschaftler gehen davon aus, dass 2019 ein schwieriges Jahr für die Wälder

in Mitteleuropa und darüber hinaus wird, insbesondere für die Fichte.

 

Im Nationalpark Harz wird in einem 500 m breiten Borkenkäfersicherungsstreifen

konsequent Windwurfholz aufbereitet und der Borkenkäfer bekämpft.

Dies geschieht durch Aufarbeitung der Hölzer und raschem Abtransport,

aber auch durch Schälen insbesondere einzelner Bäume.

Damit wird dem Borkenkäfer die Grundlage zur Vermehrung entzogen, so Sabine Bauling.

 

Anders verhält es sich in den Hochlagen des Nationalparks,

die überwiegend in der Naturdynamikzone liegen.

Hier gilt das Prinzip des Zulassens natürlicher Entwicklungen,

weg vom Fichtenforst hin zu natürlichen Bergfichtenwäldern.

 Dieser Weg ist geprägt von teilweise verstörenden Bildern,

doch die neue Waldgeneration entwickelt sich in relativ kurzen Zeiträumen...

                                                                         Quitschenberg                                               Foto: Hermann Zawatzki

vielfältig und strukturreicher, wie es z. B. am Bruchberg, am Quitschenberg,

am Meineberg und vielen anderen Stellen zu beobachten ist.

Bild und Ton: Nationalpark Harz 

Peter Spei

harzfuchs@web.de