Über das Erz aus den Oberharzer Gruben 

  

auf Spurensuche nach der Weisheit Gottes  

 

Sankt Andreasberg feiert sein Bergdankfest  -  aber -

 

Flucht vor der Kälte in der Martini-Kirche

 

Der Name des Kirchensonntags Estomihi bedeutet soviel wie „Sei mir ein Fels“

und ist nicht nur der siebte Sonntag vor Ostern sondern auch sozusagen

Programm für das Bergdankfest in Sankt Andreasberg.

Denn die Tradition des Bergdankfestes wird in Sankt Andreasberg auch 108 Jahre

nach Schließung der letzten Grube noch immer hoch gehalten,

quasi wie ein Fels in der Brandung im aktuellen Geschehen rundum.

 

Die ev.-luth. Martini-Gemeinde hat sich dieser Traditionspflege besonders intensiv

angenommen und feierte auch in diesem Jahr einen Gottesdienst zum Bergdankfest,

gemeinsam mit Pastor Walter Merz und anschließendem Schärperfrühstück.

 

Welchen Stellenwert dieses Fest in weiten Kreisen der Bergstädter und ihrer Gäste einnimmt,

zeigte einmal mehr der überaus gute Besuch sehr deutlich.

Beinahe bis auf den letzten Platz besetzt war die Martini-Kirche,

als unter den Klängen des Barkamts Annerschbarrich eine große Abordnung der Bergleute

im Sankt Andreasberger Verein für Geschichte und Altertumskunde und

des Lehrbergwerkes Grube Roter Bär sowie der Schützengesellschaft

Einzug in das Gotteshaus hielten.

 

Einzug der Bergleute

Ohne wärmende Decken ging allerdings nichts,

und in einer Kirche ohne Heizung vergeht dem Einen oder Anderen

dann schon die richtige Einstellung zu den Feierlichkeiten dieses Sonntags.

 

Pastor Walter Merz begab sich über das Erz aus den Oberharzer Gruben

auf Spurensuche nach der Weisheit Gottes.

Am Beispiel der Bergleute früherer Zeiten mahnten die Prediger vor allem

den Glauben und das Vertrauen der Menschen auf Gott an.

Setzte sich in seiner Predigt mit der Frage des Buches Hiob

nach der Weisheit  und der Einsicht auseinander und stellte fest:

„Den Herren stets ernst zu nehmen, das ist Weisheit, und alles Unrecht meiden, das ist Einsicht !“

Und lernen könne man von den Bergleuten in jedem Fall, weil

die große Gottesfurcht, der innigere Glaube, vor allem aber die unbedingte Bereitschaft,

Verantwortung für Gott und die Mitmenschen zu übernehmen,

die Abkehr von der Gleichgültigkeit und das Vertrauen in die Weisheit des Schöpfers,

Tugenden seien, die auch heute ihren besonderen Wert beinhalteten.

 

Bergleute zeigen Flagge  

Was wäre das traditionelle Bergdankfest in der Bergstadt ohne die Mitglieder der

Arbeitsgruppe Bergbau im Sankt Andreasberger Verein für Geschichte und Altertumskunde?

Und sie machten auch in diesem Jahr wieder richtig Eindruck,

worüber die Bergleute auch besonders stolz sind.

Deshalb musste dieses Gruppenfoto auf der Treppe der Martini-Kirche auch sein.

 

Die Sing- und Spielgruppe des Barkamts Annerschbarrich im Heimatbund Ewerharz,

die Kurrende der Singgemeinschaft sowie Karl-Heinz Plosteiner an der Orgel

rahmten den Festgottesdienst musikalisch ein.

 

Barkamt Annerschbarrich

Im Rahmen dieses Gottesdiensts übergab Karl-Heinz Plosteiner der Martini-Kirche einen Scheck

über 1000 Euro, der seinen Weg aus den USA von Inge Henderson, geb. Kieling,

über Dieter Schmidt zum Martini-Organisten gefunden hatte und

vielleicht ein wenig zu einem wärmeren Gotteshaus beitragen könnte.

 

Schön eng, aber vor allem warm wurde es nach dem Gottesdienst im Gemeindesaal

beim Schärperfrühstück, für das wiederum viele fleißige Hände vorgesorgt hatten.

 

Gemütlich war’s beim Schärper

Nahezu 100 Gäste dürften es schließlich gewesen sein,

die Pastor Walter Merz hier begrüßen durfte.

Er nutzte diese Gelegenheit, allen, die ihren Teil zu diesem Bergdankfest

beigetragen hatten von Herzen zu danken.

 

Die Heimatbündler unterhielten die Teilnehmer am Schärperfrühstück musikalisch.

Bild und Ton: Karl-Heinz Siebeneicher

Peter Spei

harzfuchs@web.de