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Um die Mitte der siebziger Jahre müssen sich die Hexen irgendwie

wieder in das Stadtbild der Bergstadt eingeschlichen haben.

 

 

Sie kamen mit dem Walpurgis-Spiel der Hilde Scheddin,

später verstärkt mit dem von Edith May inszenierten

Walpurgis-Spiel im Kurhaus.

Willkommen waren sie vor allem

beim damaligen Vorsitzenden des ehem. Kur- und Verkehrsvereins

Dieter Schmidt und der Sankt Andreasberger Aktionsgemeinschaft,

die ebenfalls von Dieter Schmidt ausging.

Letzterer war von wilden Frauen so begeistert,

dass er sie in Lebensgröße von Gerda Weigelt nachbauen ließ,

mit dem bekannten Innenleben aus Baustahl und Kunststoffen

bis hin zur fantasievollen Ausgestaltung mittels farbenfroher Kleidung.

Jahrelang wurden die letzten Winterabende genutzt,

um dem Schwund an diesen mannshohen Stofffiguren

entgegen zu arbeiten, nahezu 25 Jahre lang.

Einer dieser "Damen" gelang es sogar, nach Brasilien zu entwischen.

Beinahe zeitgleich widmete sich die Aktionsgemeinschaft

Sankt Andreasberger Gewerbetreibender der Fertigung vieler kleiner

Nachbildungen der Harzhexen, die inzwischen auch ihren Ruf

als Souvenirs schon weltweit gefestigt haben.

Mit viel Engagement, Fingerspitzengefühl, jeder Menge Liebe

zum Detail, vor allem aber sehr zahlreich wurden und werden sie gefertigt,

damit sie vor Walpurgis von wegelagernden großen lebendigen Hexen zur

Aufbesserung der Aktionsgemeinschafts-Kasse an den Mann

(oder auch die Frau) gebracht können.

Womit wir wieder bei den lebendigen Hexen sind.

Die nämlich waren bei allen Walpurgisfeiern der letzten 40 Jahre

aus dem Bild der Bergstadt nicht mehr wegzudenken.

Und nicht nur zu Walpurgis.

Sie waren und sind eigentlich immer dabei, wenn es gilt,

bergstädtische Gäste (aber nicht nur die) zu unterhalten.

Dabei wird auch schon einmal in die Gruselkiste gegriffen,

weil ja nur das in Erinnerung bleibt, was die Nerven richtig kitzelt.

Seit mehr als 20 Jahren führen die bergstädtischen Hexen

fast so etwas wie ein Eigenleben, sind aber zu jeder „Schandtat“ bereit.

Sie gehören zu den Gespannfahrer-Treffen im Winter wie im Sommer,

rücken Sankt Andreasberg beim Braunschweiger Rosenmontags-Zug

ins rechte Licht, bereichern die Winterfeste mit fantasievollen „Heißen Öfen“,

 nahmen Kontakt zum Rattenfänger von Hameln auf,

machten die Lüneburger Heide unsicher oder zeigten dem

Niedersächsischen Ministerpräsidenten Stefan Weil

ganz früh schon, wo es mit dem Regieren lang zu gehen hat.

In bester Erinnerung sind die Beiträge der Hexentruppe zu den Winterfesten,

ob mit dem feurigen Teppich, dem schaurig schönen Hexenhaus als Blickfang

im Winterfest-Umzug, als Animateurinnen für das Rudel-Rodeln,

als Begleiterinnen der Gespannfahrer und

hier als Anstifterinnen zu so mancher Übertretung der StVO

oder als wilde Beigabe zu den Fackelwanderungen.

Apropos Fackelwanderungen – die Frage ist berechtigt:

was wären diese ohne Hexenbegleitung, quer durch alle Jahreszeiten?

Und die Hexen scheuen sich auch nicht, hin und wieder

in Verkleidung von Kiepenfrauen aufzutreten.

                                                                                                      Text: Karl-Heinz Siebeneicher

              

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Barbara Scheunemann

dsh9357@t-online.de